Auch nicht um den Preis seines Lebens, und während der vergangenen Nacht hatte es Augenblicke gegeben, wo solche Befürchtungen durchaus gerechtfertigt waren.

«Du bist müde, nicht wahr?«rief sein Bruder und grinste ihm zu.»Geh jetzt schlafen. Laß mich weitermachen.«

«Okay«, antwortete der Bruder und warf die Zigarette über Bord.»Ein wenig Schlaf schadet bestimmt nicht.«

Es war gut, einen Bruder am Steuer zu wissen. Am besten sollte immer einer aus der Familie das Schiff lenken; der paßt wirklich auf. Selbst ein Bruder, der die gewandte Sprache eines Gebildeten sprach, im Gegensatz zu seinen eigenen grobschlächtigen Worten. Verrückt! Ein Jahr auf der Universität — und schon wollte sein Bruder eine Gesellschaft gründen. Mit einem einzigen Boot, das vor vielen Jahren bereits bessere Tage gesehen hatte. Verrückt. Was hatten ihm denn seine gescheiten Bücher letzte Nacht genützt, als seine Compagnie beinahe gekentert wäre?

Er schloß die Augen und kühlte seine Hände in den Wasserpfützen auf Deck. Das Salz der See würde gut für die

Verbrennungen sein, die er sich zugezogen hatte, als er Geräte festzurrte, die im Sturm nicht an ihrem Platz bleiben wollten.

«Schau! Dort drüben!«Sein Bruder wollte ihm offenbar mit seinen scharfen Augen den Schlaf neiden.

«Was ist denn?«schrie er.

«Dort treibt ein Mann im Wasser! Er hält sich an etwas fest. An einer Planke oder etwas Ähnlichem.«

Der Skipper nahm das Steuer und lenkte das Boot rechts neben die Gestalt im Wasser und drosselte die Motoren, um die Kielwelle zu verringern. Der Mann sah aus, als würde ihn die geringste Erschütterung von dem Stück Holz rutschen lassen, an das er sich klammerte.



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